Archiv für Januar 2009

Zwischenfall in Miltenberg, Vorwürfe durch Jugendliche an die Polizei

Ein Bericht, welcher von den Beteiligten verfasst wurde:

Am Freitagabend brach ein sich auf dem Heimweg befindender Jugendlicher durch einen schweren Asthmaanfall in der Unterführung zusammen. Die Jugendlichen, in dessen Begleitung er sich befand, waren gezwungen einen Krankenwagen zu rufen.

Während der Jugendliche durch Sanitäter versorgt wurde, tauchten mehrere Polizisten, größtenteils in Zivil, wegen angeblicher Randale auf, nahmen von Vereinzelten der rund 15 Anwesenden die Personalien auf und unterstellten ihnen Drogenkonsum und Ähnliches. Währenddessen waren die Betroffenen, die befürchteten ihr Freund könne sterben, am Boden zerstört. Die Polizisten konnten zwar überzeugt werden, dass ihre Verdächtigungen falsch waren, zeigten aber keinerlei Feingefühl mit den psychisch stark angegriffenen Jugendlichen. Nachdem der Zusammengebrochene ins Krankenhaus transportiert worden war, zog sich auch die Polizei vorerst zurück, die noch anwesenden Jugendlichen wurden in der Unterführung zurückgelassen, wo sie versuchten sich gegenseitig mit gutem Zureden und Ähnlichem von der Situation zu beruhigen.

Nach rund zehn Minuten tauchten allerdings wieder mehrere Polizisten, darunter Bundespolizei und eine Person des Bahnhofssicherheitsdienstes auf, den Anwesenden wurde wieder Randale unterstellt.

Die Person des Bahnhofssicherheitsdienstes ging sofort, ohne jeglichen ersichtlichen Grund auf eine der Betroffenen (ein 14 jähriges Mädchen) mit auf sie deutendem Finger und den Worten „dich kenne ich doch“ los und hätte diese offenbar tätlich angegriffen, wenn sich eine anwesende Frau nicht sofort dazwischen gestellt, und ihn aufgefordert hätte sich auszuweisen, was dieser verweigerte. Stattdessen gingen sowohl er als auch die anwesenden Polizisten mit massiver Aggressivität gegen die Frau vor, sie wurde an die Wand gedrückt und angeschrieen. Die Polizei wollte nun von sämtlichen Jugendlichen die Personalien haben, ohne etwas an ihrem aggressiven Verhalten zu ändern, nachdem sie von den Anwesenden darum gebeten wurden sich zurückzuhalten, wobei eine anwesende Polizistin besonders durch Provokationen und Beleidigungen auffiel, so wurde beispielsweise die bereits erwähnte Frau von ihr als „Schlampe“ bezeichnet. Einer der Jugendlichen verlor offenbar die bereits angespannten Nerven und schubste sie von sich weg, woraufhin sämtliche Betroffene durch die Polizisten angegriffen wurden. Sie versuchten gleichzeitig, den einen Jugendlichen festzunehmen, die Restlichen wurden durch Stoßen und Faustschläge an die Wand gedrängt, bei dieser Aktion zogen zwei der Bundespolizisten sogar ihren Schlagstock, bedrohten die bereits an die Wand Gedrängten und brüllten sie an. Kurze Zeit später brach eine der anwesenden Jugendlichen, ein 15 jähriges Mädchen, offenbar ausgelöst durch den Stress, durch das überzogen aggressive Verhalten der Polizei zusammen und verlor das Bewusstsein, durch die erste Hilfe ihrer Freunde konnte sie rasch wieder zu Bewusstsein gebracht werden, wobei, bis auf eine helfende Polizistin, die anwesenden Beamten überhaupt kein Interesse daran zeigten.

Auf Nachfragen ob der Einsatz des Schlagstocks wirklich notwendig war, brüllte der betreffende Polizist die Fragenden an, er könne ja auch sein „Gas auspacken“. Die Jugendlichen wurden schließlich alle gezwungen wegen der angeblichen Randale ihre Personalien anzugeben und bekamen Hausverbot auf dem Bahnhof in Aussicht gestellt, was für die anwesenden Jugendlichen total unbegreiflich war, auch da die anwesenden Polizisten es eigentlich besser gewusst haben müssten, da sie teilweise schon anwesend waren, während derjenige mit dem Asthmaanfall ins Krankenhaus transportiert wurde. Stattdessen wurde er am Ende, gegenüber seinen Freunden, von der bereits aufgefallenen Polizistin sogar noch verhöhnt, Zitat: „ja der ist doch sonst auch immer so hart!“

Am Montag durften die Beteiligten dann in der Zeitung lesen, dass sie in der Unterführung randaliert, Bier getrunken und gegen Mülleimer getreten hätten. Das einzige was ihrer Ansicht nach davon passiert ist, war das einer von ihnen gegen die Wand trat, um sich von seinem Stress abzureagieren, wieso die Polizei das als Randale bezeichnet bleibt ihnen ein Rätsel, ebenfalls wieso sie alle dafür Hausverbot bekommen haben, kurioser weise bekam jetzt sogar der Jugendliche, welcher den Asthmaanfall erlitt und von allem überhaupt nichts mehr mitbekam, da er ins Krankenhaus eingeliefert worden war, ebenfalls ein Hausverbot zugesandt.




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