Archiv für Februar 2009

Nazi-Treff im Landkreis Miltenberg

Wie Indymedia berichtet existiert seit einiger Zeit in Elsenfeld (LK Miltenberg) die Kneipe „Dominatus Rockbar“. Diese dient scheinbar, der leider erstarkenden, örtlichen Naziszene (Miltenberg – Aschaffenburg) als Treffpunkt.
Sieht mensch sich die Webseite der Kneipe an, fällt auf, das offenbar versucht wird, diese nach außen unpolitisch zu halten (bei den Bildern sind diverse T-Shirt-Aufdrucke geschwärzt usw.). Ganz klappt dies allerdings nicht, auf den Fotos fallen Jacken-Aufschriften wie „Landser“ oder eine T-Shirt-Aufschrift „Stahlgewitter“, was beides bekannte Rechtsrockbands sind, auf.

zum Indymedia Bericht

Diesem treiben müssen wir ein Ende setzen!
Keinen Nazitreffpunkt in Elsenfeld oder anderswo!

Zur Situation in Miltenberg

Kein Treffpunkt
Seit dem 25.8.08 ist die Miltenberger Jui geschlossen, so kommt es dass die Miltenberger Jugend wortwörtlich auf der Straße sitzt. Jedes Wochenende treffen sich die alternativen Jugendlichen aus Miltenberg und Umgebung am Miltenberger Bahnhof, in Banken und vor Gaststätten. Zu dieser kalten Jahreszeit sind beheizte Räume notwendig, da auch keine Geldmittel vorhanden sind um z.B. überteuerte Kneipen und Konzerte zu besuchen. Auch das Treffen bei Einzelnen Person fällt aufgrund der Gruppengröße aus. Jugendeinrichtungen anderer Ortschaften können aufgrund des schlecht ausgebauten öffentlichen Verkehrsnetzes auch nicht besucht werden.
Leider sieht die Miltenberger Polizei und der Bürgermeister das anders. Für Sie ist diese Jugendkultur scheinbar ein Schandfleck der Stadt, den es auszumerzen gilt. So hagelt es in letzter Zeit immer häufiger Platzverweise und Hausverbote für öffentliche Gebäude an Jugendliche, die versuchen sich irgendwo zu treffen. Die Ordnungshüter scheinen nicht in der Lage zu sein, Verständnis für die schwierige Situation der Jugendlichen zu zeigen.
Stattdessen werden diese aufgefordert sich doch in einer Kneipe oder zu Hause, wie „normale“ Jugendliche, zu treffen, doch können es sich nicht alle leisten regelmäßig eine Kneipe zu besuchen und auch ist es nicht sonderlich einfach in einer Größeren Gruppe, sich bei jemandem Zuhause zu treffen.
Polizei und Nazis…
Auf der Straße wo sich die Betroffenen treffen werden sie regelmäßig durch die Polizei aufgescheucht, was nicht zur Entspannung des Verhältnisses der beiden Gruppen beiträgt, verbale Auseinandersetzungen und darauf folgende Platzverweise sind an der Tagesordnung, beispielsweise trafen sich vergangenen Freitag Abend in Miltenberg vor der Reifeisenbank einige Jugendliche wo sie sich unterhielten und Musik hörten. Aufgrund der Kälte setzten sich einzelne von ihnen in die Reifeisenbank hinein. Nach kurzer Zeit rückte Polizei und Sicherheitsdienst an, von sämtlichen Jugendlichen wurden Personalien aufgenommen und ihnen wurde Hausverbot für Reifeisen- und Postbank sowie Sparkasse und Bahnhof erteilt. Begründung: Sie hätten auf dem Platz vor der Reifeisenbank „gefeiert“, und damit Kunden abgeschreckt. Auf Erklärungsversuche dass es keine Alternative als Treffpunkt gibt, gingen die Ordnungshüter nicht ein.
Anderes Beispiel: Sonntag, rund zehn alternativ aussehende Jugendliche trafen sich. Da sie kaum noch Möglichkeiten haben sich irgendwo zu versammeln setzten sie sich auf einen geschotterten Platz zwischen Parkplatzanlage und Straße, stellten Plastikstühle und einen Tisch auf, hörten Musik und saßen beisammen. Während sich die Jugendlichen dort aufhielten, versammelten sich in sicherem Abstand drei augenscheinlich Nazis, versuchten die Anwesenden zu fotografieren und telefonierten vermutlich nach „Verstärkung“. Nachdem diese (aus zwei weiteren Nasen bestehend) eingetroffen war wurde versucht die anwesenden einzuschüchtern. Das zeigte allerdings bei den Jugendlichen wenig Wirkung und so zogen die Nazis wieder ab. Im vorbeifahren pöbelten sie die Gruppe noch einmal aus dem sicheren Auto an, was ihnen aber nur Gelächter von Seiten der Jugendlichen einbrachte.
Nach einiger Zeit trafen ein Polizist und eine Polizistin ein, wollten von allen die Personalien aufnehmen, warfen den Jugendlichen eine Illegale Versammlung vor. Dies begründeten sie mit dem Argument das die Gruppe Fahnen mit Anarchistischen Symbolen mit sich führte. Nach der Personalien-Aufnahme und einigen Wortgefechten bekamen die Jugendlichen erneut einen Platzverweis erteilt und mussten sich wieder auf die suche nach einem neuen Platz machen.
Eine neue Jugendintiative?
Die Rufe nach einem Autonomen Jugendzentrum welches für alle da ist und unter Selbstverwaltung steht werden immer lauter. Wir denken an einen Raum, ein kleines Haus oder Lagerhalle die, die Jugendlichen herrichten und als Jugendtreff einrichten können, unabhängig von Stadtverwaltung und Polizei die offensichtlich keinerlei Jugendinteressen vertreten. Die „alte“ Jui sehen wir tatsächlich als gescheitertes Projekt an, woran unserer Meinung sowohl die Stadt als auch die Leitung schuld trägt. Eine Jugendinitiative die jeden ihrer Schritte mit einer konservativen Stadtverwaltung absprechen muss ist wahrlich keine Initiative mehr. Es ist an der Zeit für einen neuen unabhängigen Jugendtreff.

Zum Thema JUI gibt es auch hier einen lesenswerten Artikel: Kommunal.blogsport.de




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