Archiv für Mai 2009

Sun, Sea and Autonomie!

Miltenberg geht Baden!
(Bild von Kommunal)

Wie bereits im letzten Artikel erwähnt, laufen die Aktionen der Jugendlichen weiter, so fand am 21.5. spontan eine kleine bunte Aktion von Jugendlichen statt, die am 23.5 „Größer, nackter und lauter“ wiederholt wurde.
Zu beiden Aktionen zogen Jugendliche (waren es beim ersten „Versuch“ noch unter 10 so kamen beim zweiten schon über 15 TeilnehmerInnen zusammen) in Badeklamotten und mit Transparenten „bewaffnet“ spontan und lautstark durch die Miltenberger Einkaufsstraße.
Auf den Transpies waren Sprüche zu lesen wie: „Miltenberg geht Baden! Sonnen für ein Autonomes Zentrum!“ oder kurz und knapp „Sun, Sea and Autonomie!“ und auch bei den gerufenen Parolen erkannte mensch das kreative Potential der Miltenberg Jugendlichen. Zu hören waren Sprüche wie: „Selbstverwaltung, dass ist klar! Sonne ist für alle da!“ oder „Wir sind nackt, ihr seid schockiert! Die Jugend braucht ein Zentrum habt ihr das nicht kapiert?!“.

Im Verlauf der 2. Aktion wurde der Brunnen des Miltenberger Rathauses mit Schaumbad zum überlaufen gebracht, was wohl symbolisch für die „schaumschlägerei“ der Miltenberger Stadtverwaltung steht und vorallem (auch spielenden Kindern) viel freude bereitete. Die daraufhin anrückende Polizei, schoss Fotos von den Aktivisten und versuchte von möglichst vielen der sich verteilenden Jugendlichen die Personalien aufzunehmen, was ihnen allerdings wohl nicht so gut gelang wie sie es sich vorgestellt hatten.

Einen weiteren Beitrag, mit Bildern gibt es auch hier!

Autonomes Jugendzentrum Miltenberg – Der Kampf geht Weiter!

Aktueller Zwischenstand:
Die Situation der Jugendlichen in Miltenberg hat sich immer noch nicht gebessert. Sie stehen noch immer ohne einen geeigneten Raum da und haben auch keinen in Aussicht.

Das einzige, von der Stadt kommende Angebot bezog sich auf einen Bauwagen, den die Gruppe vielleicht bekommen könnte, um ihn für sich zu nutzen. Natürlich nur als „Übergangslösung“.
Was zum Thema „Übergangslösung“ von der Stadt Miltenberg zu halten ist war am Beispiel JUI bereits zu sehen. Die damalige Jugendinitiative wurde auch nur als Übergangslösung in die Räume der alten Volksschule abgeschoben, und blieb in dieser, für einen Jugendraum total ungeeigneten Räumlichkeit ganze 25 Jahre, bis sie bekannterweise ende letzten Jahres geschlossen werden musste.
Und das auch ein Bauwagen als Jugendraum total ungeeignet ist, schon allein von der Nutzfläche, steht außer frage. Unser Ziel war ein offener, selbstverwalteter Jugendraum, für alle interessierten Jugendlichen aus Miltenberg und Umgebung, und nicht nur einen Rückzugsort der Autonome Gruppe Miltenberg.
Doch sollte der Stadtrat wirklich gewillt sein auf Grundlage dieses Vorschlages eine echte Lösung zu finden, so hätten wir bereits ein Konzept entwickelt. Wie dieses zu realisieren währe, werden wir auch vortragen. Dafür braucht es allerdings mehr als nur einen Bauwagen. Würde es beispielsweise um eine Wagenburg mit mehreren Bauwägen gehen, oder ausrangierten LKW-Aufliegern, währe in diese Richtung sicher etwas denkbar.

Des weiteren sind wir weiterhin dabei Öffentlichkeit, für unser Vorhaben, einen autonomen Jugendraum zu gründen, zu suchen. So gab es auch in den letzten Wochen immer mal wieder kleinere Aktionen, mit denen Passanten auf die Problematik aufmerksam gemacht werden sollten und die großteils positiv aufgenommen wurden, wie zum beispiel eine Aktion unter dem Motto „Sonnen für ein autonomes Zentrum“ (hier ein Lesenswerter Bericht dazu) Diese Aktionen werden auch weiterhin stattfinden, bis wir unser Ziel erreicht haben, wir wollen einen Autonomen Jugendraum. Und nun können wir auch endlich Flyer verteilen, um mit Inhalten für unsere Sache zu werben.

Leider läuft nicht alles so gut. Schon wurde die Repressionskeule ausgepackt: So wird gegen mindestens drei vermeintliche Teilnehmer der „Autonomen Grillparty“ am 28.02 ermittelt, „wegen Verdachts auf Verstoß gegen das Versammlungsgesetz“, ihnen wird Vermummung vorgeworfen. Wir sehen dieses Ermittlungsverfahren als Einschüchterungsversuch und Komplett unangemessen, und möchten an dieser Stelle den Betroffenen unsere Solidarität ausdrücken.

„In Erwägung, daß da Häuser stehen
Während ihr uns ohne Bleibe laßt
Haben wir beschlossen, jetzt dort einzuziehen
Weil es uns in unsern Löchern nicht mehr paßt.“
— Bertold Brecht




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