Archiv für Mai 2010

JuZ – Grillen für ein Zentrum

Vergangenen Samstag gab es erneut eine Aktion der Jugendinitiative für ein unabhängiges Zentrum in Miltenberg. In einer spontanen Demonstration ging es in die Innenstadt wo dann vegan Gegrillt wurde und der Abblauf in einem freien Zentrum veranschaulicht wurde, um wieder für die Selbstverwaltung zu werben. Einen Ausführlichen bericht gibt es bereits auf Subradical.

Die JuZ selbst hat in der Zwischenzeit eine Pressemitteilung veröffentlicht, welche auf ihrer neuen Seite nachzulesen ist.

1. Mai 2010 in Miltenberg und Aschaffenburg

Dieses Mal gab es zum ersten Mai auch in der Region hier berichtenswerte Veranstaltungen.

Transparent der FAU-Aschaffenburg

Vermutlich zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg gab es in Miltenberg eine politische Maifeier. Diese wurde von etwa 40-50 GenossInnnen besucht und war damit größer als von den VeranstalterInnen erwartet. Der Soziologe Reiner Roth trat als Redner auf und setzte sich mit dem Thema Kapitalismus und Krise auseinander. Hierbei ging er schonungslos darauf ein, dass die Krise in der wir uns befinden eben nicht, wie in der Politik und den Medien immer behauptet wird auf die Gier von ein paar Spekulanten zurückzuführen ist. Vielmehr ist diese das zwangsläufiges Resultat eines Wirtschaftssystems und solange der Kapitalismus existiert wird sich diese immer wiederholen. Dagegen werden auch keine Reformen helfen, sondern nur ein Systemwechsel hin zu einer Gesellschaft die nicht auf Verwertungslogik basiert effektiv weitere Krisen verhindern kann. In diesem Zusammenhang ging er auch auf die Geschichte der kapitalistischen Krisen und die Reaktionen der Politik und Medien auf diese Krisen ein, die immer genau gleich aussahen und auch den Reaktionen auf die jetzige Krise entsprechen. Im Anschluss an seinen Vortrag stellte er sich in einer Diskusionsrunde den Fragen der Anwesenden.


Die Veranstaltung bestand nicht ausschließlich aus trockener Theorie. Zwei regionale Liedermacher sorgten mit ihrer Musik für gute Stimmung unter den Gästen. Die „JuZ“ konnte zudem ihre Vorstellungen eines selbstverwalteten Zentrums verbreiten. Und die FAU Aschaffenburg rief in ihrem Grußwort zur Beteiligung am sozialrevolutionären Block auf der DGB Demo am 1. Mai auf.

Am ersten Mai selbst, auf der jährlichen Demonstration des DGB, in der sonst nur DGB-Gewerkschaftler, Attac (die interessanterweise ihr Transparent mit dem sie Abzug aus Afganistan forderten in Schwarz-Rot-Gelb gestalteten), Stalinisten der MLPD und die Linkspartei mitliefen und deren Kritik auch dementsprechend verkürzt war, beteiligten sich dieses Jahr dann erstmalig um die 20-25 Menschen mit eigenen Fahnen und zwei Transparenten am sozialrevolutionären Block zu dem wir gemeinsam mit der FAU-AB aufgerufen hatten. Dies brachte Veranstalter der DGB-Demonstration wie auch die anwesende Polizei zunächst einmal aus dem Konzept. Zunächst einmal wurde der FAU ersteinmal verboten ihr Transparent, das an Holzlatten befestigt war so zu tragen, also wurden die Holzlatten daraufhin entfernt. Kurze Zeit später sorgte ein Polizist für Erheiterung, als er sich nach dem Chef der Gruppe erkundigte, offensichtlich fällt es solchen Menschen schwer sich Organisationen/Gruppen ohne Hirachien vorzustellen. Jedenfalls wurde den Anarchisten dann mitgeteilt, dass Transparente nur frontal getragen werden dürfen und der Block nur hinter der Demonstration aus rund 100-200 Menschen mittlaufen darf, das lies mensch nicht auf sich beruhen und der Block setzte sich dann doch vor das Fronttransparent des DGB und nutzte Seitentransparente, nach wenigen Metern tauchte dann der Versamlungsleiter mitsammt Polizei auf. Nun wurde dem Block doch erlaubt Seitentransparente zu tragen, wurde aber gebeten sich doch hinter dem Fronttransparent einzureihen. Im weiteren Verlauf gab es dann keine besonderen Vorkomnisse mehr. Eine FAU-Sprecherin verlas über Megafon einen Redebeitrag wärend der Demo, und an viele Außenstehende konnten Flyer verteilt werden, die von den Passanten großteils recht interessiert entgegengenommen wurden. Somit war die Demo, dafür dass dieses Jahr zum ersten Mal versucht wurde, den ersten Mai auch in Aschaffenburg für eigene Inhalte zu nutzen ein voller Erfolg. Daran werden wir nächstes Jahr sicher anknüpfen.

Bilder von Kommunal.blogsport.de übernommen, wo es ebenfalls einen sehr lesenswerten Bericht unter dem Titel „Kapitalismuskritik, Demonstration und autonome Randale“ gibt.

Pressemitteilung zur Berichterstattung der Polizei.

Wer am Sonntag die „Prima-Sonntag“ im Briefkasten hatte, Montagmorgen den „Boten vom Untermain“ aufschlug oder wer sich einfach nur am Wochenende die Presseberichte der Miltenberger Polizei ansah, konnte schnell zu dem Eindruck kommen, dass es in Miltenberg zu richtigen „Mai-Krawallen“ durch Autonome kam, vergleichbar mit Hamburg oder Berlin.
Diese Krawalle äußerten sich offenbar dadurch, das eine Gruppe von „Punkern“ am Bahnhof saß, bis sie einen Platzverweis bekam, sich später ein betrunkener Besucher einer „Musikveranstaltung“ mit den Outlaws (Motorad Club) prügelte und dabei verletzt wurde und zudem ein weiterer, ebenfalls betrunkener Jugendlicher angefahren wurde, weil er unachtsam die Straße überquerte.
Jetzt fragt sich nur was die „Autonome Gruppe Miltenberg“ und der 1. Mai damit zu tun haben sollen? Der Polizeibericht versucht offenbar das Ganze so darzustellen, dass diese „Autonome Gruppe“ alles, mit Hinblick auf den ersten Mai organisiert hätte. Wirkt irgendwie unglaubwürdig und lächerlich, nicht wahr?
Schon weil wir als „Autonome Gruppe Miltenberg“ zu einer ganz anderen (einer politischen) Veranstaltung mobilisierten.
Aber offenbar nicht unglaubwürdig genug, dass die Zeitungen dies unkommentiert übernehmen und auch einige Leser nun anfangen über die Autonomen die nur Krawalle wollen zu schimpfen.

Aus diesem Grund haben wir eine Pressemitteilung verfasst, welche auch hier nachgelesen werden kann:

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