Pressemitteilung zur Berichterstattung der Polizei.

Wer am Sonntag die „Prima-Sonntag“ im Briefkasten hatte, Montagmorgen den „Boten vom Untermain“ aufschlug oder wer sich einfach nur am Wochenende die Presseberichte der Miltenberger Polizei ansah, konnte schnell zu dem Eindruck kommen, dass es in Miltenberg zu richtigen „Mai-Krawallen“ durch Autonome kam, vergleichbar mit Hamburg oder Berlin.
Diese Krawalle äußerten sich offenbar dadurch, das eine Gruppe von „Punkern“ am Bahnhof saß, bis sie einen Platzverweis bekam, sich später ein betrunkener Besucher einer „Musikveranstaltung“ mit den Outlaws (Motorad Club) prügelte und dabei verletzt wurde und zudem ein weiterer, ebenfalls betrunkener Jugendlicher angefahren wurde, weil er unachtsam die Straße überquerte.
Jetzt fragt sich nur was die „Autonome Gruppe Miltenberg“ und der 1. Mai damit zu tun haben sollen? Der Polizeibericht versucht offenbar das Ganze so darzustellen, dass diese „Autonome Gruppe“ alles, mit Hinblick auf den ersten Mai organisiert hätte. Wirkt irgendwie unglaubwürdig und lächerlich, nicht wahr?
Schon weil wir als „Autonome Gruppe Miltenberg“ zu einer ganz anderen (einer politischen) Veranstaltung mobilisierten.
Aber offenbar nicht unglaubwürdig genug, dass die Zeitungen dies unkommentiert übernehmen und auch einige Leser nun anfangen über die Autonomen die nur Krawalle wollen zu schimpfen.

Aus diesem Grund haben wir eine Pressemitteilung verfasst, welche auch hier nachgelesen werden kann:


Pressemitteilung der „Autonomen Gruppe Miltenberg“ [AuGruM] bezüglich des Polizeiberichts vom 1.05.2010 „Mehrere Straftaten bei einem Einsatz –alle Täter von der Polizei ermittelt“

Dem oben genannten Polizeibericht war zu entnehmen, dass die „Autonome Gruppe Miltenberg [AuGruM]“ am Vorabend des 1. Mai „Krawalle“ in Miltenberg veranstaltet hätte.
Wir wollen darauf hinweisen, dass die Geschehnisse, mit denen wir nichts zu tun haben, offensichtlich keinerlei politischen Anspruch hatten und auch sonst nicht mit dem 1. Mai in Verbindung zu bringen sind. Weiterhin ist es zu bezweifeln, dass sich die beteiligten Jugendlichen größtenteils als „autonom“, oder sonst auf irgendeine Art politisch bezeichnen würden. Zudem ist zu bemerken, dass das Betrinken auf einem Konzert und solche Vorfälle nicht mit der „Autonomen Gruppe Miltenberg“ in Zusammenhang gebracht werden können. Daher ist es geradezu lächerlich, daraus einen „Autonomen Maiaufstand“ zu konstruieren.
Leider ist es in unserer Gesellschaft keine Seltenheit, dass sich Jugendliche – besonders am Wochenende – berauschen und unter diesen Umständen ihrem Frust freien Lauf lassen. Daraus kann keine politische Motivation „Autonomer“, die nur die „Konfrontation mit dem Staat“ suchen, konstruiert werden.

Außerdem möchten wir noch einmal darauf hinweisen, dass die „Autonome Gruppe Miltenberg“ und die „JuZ“ (Jugendinitiative für ein unabhängiges Zentrum in Miltenberg) nicht, wie oft fälschlicherweise vermutet, gleichzusetzende Gruppen sind, sondern komplett unabhängig voneinander agieren. Die „Autonome Gruppe“ unterstützt die Ziele der „JuZ“ und möchte ihr daher helfen, diese Ziele zu verwirklichen.
Dieser Hinweis noch einmal, da die Vermutung nahe liegt, dass mit dem Begriff „Autonom“ auch gerne auf Mitglieder der JuZ abgezielt wird, und diese Gruppe dann durch den Polizeibericht ebenfalls diffamiert wird.
Beide Gruppen feierten ihren 1.Mai allerdings, wie auf dem Blog der „Autonomen Gruppe“ nachzulesen ist, im Franziskushaus in Miltenberg, wo ein politisches Maifest stattfand, an dem auch die Jugendinitiative als Mitveranstalter beteiligt war. Des Weiteren ist in dem Zusammenhang erwähnenswert, dass diese Veranstaltung völlig friedlich und ohne besondere Vorkommnisse verlief.
Daher stellt sich uns die Frage, weshalb die Polizei in ihrem veröffentlichten Bericht, ausgerechnet die „Autonome Gruppe“ für die Ereignisse am Freitagabend verantwortlich macht.
Passiert dies aus Unwissenheit und mangelndem Recherchevermögen der Beamten, oder aus Unfähigkeit der Polizei, Personen die nicht dem gesellschaftlichen Mainstream zuzuordnen sind, differenziert zu betrachten und diese dann zwanghaft in eine Schublade stecken zu müssen?
Also werden Punker, Skinheads, Hip-Hopper und andere Subkulturen einfach alle ein einen Topf geworfen und ihnen das Label „Autonom“ aufgedrückt. Eventuell ist es aber einfach möglich, dass auch in Miltenberg eine „Sensationsgeilheit“ vorherrscht und damit die Vorkommnisse einfach speziell in Verbindung mit dem ersten Mai und mit Blick auf die Ausschreitungen wie sie beispielsweise in Hamburg oder Berlin jährlich stattfinden hochstilisiert werden sollen?
Oder war das Ansinnen doch eher ein kläglicher Versuch die „Autonome Gruppe Miltenberg“ zu diffamieren und in einen unpolitischen Kontext zu stellen?
Denn allgemein wird häufig versucht, außerparlamentarische Gruppierungen (z.B. Anarchisten), durch eine solche Entpolitisierung zu diskreditieren.

Dies wollen und werden wir nicht auf uns beruhen lassen! Deswegen sahen wir uns gezwungen, diese Reaktion in Form einer Pressemitteilung zu verfassen.

Autonome Gruppe Miltenberg [AuGruM]
miltenbergautonom.blogsport.de


2 Antworten auf “Pressemitteilung zur Berichterstattung der Polizei.”


  1. 1 mb 05. Mai 2010 um 10:18 Uhr

    Berichterstattung zum 30. April/1. Mai und zu der angeblichen „Randale“ in Miltenberg hier:
    http://kommunal.blogsport.de/hintergrund/kapitalismuskritik-demonstration-und-autonome-randale/

  1. 1 1. Mai – eine Nachbetrachtung « subradical Pingback am 14. Mai 2010 um 12:58 Uhr
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