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NPD in Aschaffenburg? NEIN DANKE!

Ein Infostand auf dem die NPD ihre Rassistische Hetze hätte verbreiten können konnte gestern, durch die Bloße Anwesenheit von zahlreichen Antifaschisten verhindert werden.

Über die Ereignisse informierte Subradical mit 2 Artikeln:

Nr. 1: „Für Interkulturelle Wochen geworben – NPD zieht sich zurück“

Auszug:
„Heute in Aschaffenburg: Mit einem bunten und rhythmischen Infostand wird für die Interkulturellen Wochen geworben; die NPD, die am gleichen Platz einen Infostand abhalten wollte und diesen untersagt bekam, baut offensichtlich auch an anderen Stellen in der Stadt keinen Infostand mehr auf.“

Nr 2: „NPD lügt sich die Tatsachen zurecht“

Auszug:
„Wir hatten vermutet, dass die NPD von „Bütteln des Systems“ und „rotfaschistischer Antifa“ schreiben und steif und fest die Behauptung verbreiten wird, die Stadt Aschaffenburg hätte ihr keinen geeigneten Platz für einen Infostand angeboten. Aber es kam viel besser. In der heute schon im Internet publizierten Erklärung zum ausgefallenen Infostand schreibt die NPD von „`Antifa´ mit Schaum vorm Mund“, „drogenverseuchte, infantile Klientel“, „`Antifanten´ mit ihren schwammigen Milchgesichtern“ und so weiter.“

Jahrmarktromantik

Vom 28.08. bis zum 6.09. fand in Miltenberg die alljährliche Michaelismesse statt. Jahr für Jahr wird sie als DAS Großereignis des Umkreises angepriesen. Mit überteuerten Fahrbetrieben und Bier lockt sie tausende Besucher an und bietet zusätzlich wie jeder andere Jahrmarkt auch Essens- und weitere Verkaufsstände. Traditionell sind solche Veranstaltungen auch Magnet für Menschen rechtsextremer Gesinnung.

So kam es beispielsweise vor dem Weinzelt zu einem Übergriff durch bekannte Nazi-Schläger auf einige Punker. Während der Auseinandersetzung zog eine der Nasen einen Teleskopschlagstock, welcher glücklicherweise doch nicht benutzt wurde, da Securitykräfte eintrafen. Die Nazis zogen sich ins Zelt zurück, während die sich sammelnde antifaschistische Jugendliche vom Sicherheitspersonal zurückgedrängt wurden. Als der Neonazi später von Polizisten durchsucht wurde, konnte der Schlagstock nicht gefunden werden. Durch hohen Alkoholkonsum aufgeputscht versuchte der Faschist später noch einmal die Jugendlichen anzugreifen. Er wurde allerdings von Ordnungshütern aufgegriffen, was ihn nicht daran hinderte, „zum Abschied“ den Hitlergruß zu zeigen.
Abgesehen von diesem Vorfall kam es die ganze Zeit über zu regelmäßigen Pöbeleien durch „stolze Deutsche“, die auch keine Probleme damit hatten, ihrer Meinung in Form von T-Shirt-Sprüchen wie „Nationalisten Deutschland“ offen kundzutun. Solche Aufschriften mit rechtsextremem Hintergrund prägten das tägliche Bild der Messe. Scheinbar hatte weder der brave Messebesucher von nebenan noch Sicherheitsbedienstete Probleme damit. Anders sah es aus, wenn mensch optisch dem linken Spektrum zugeordnet wurde. So wurde einem Jugendlichen der Eintritt ins Bierzelt verwehrt, da das Sicherheitspersonal (Zitat:) „keine linken Bazillen“ dort sehen wollte. Nachdem der betroffene Jugendliche sich dann doch noch über einen Seiteneingang Zutritt verschaffte und von denselben Sicherheitskräften im Zelt angetroffen wurde, warfen sie ihn wieder hinaus. Dann fand eine verbale Auseinandersetzung statt, bei der sich diese selbst als „Nazis“ bezeichneten, woraufhin die Situation eskalierte und der Jugendliche zu Boden geschlagen wurde. Dabei verletzte er sich das Knie und die Nase, wurde festgenommen und erhielt ein Messeverbot. Zu allem Überfluss hat er nun noch Anzeigen wegen Beamtenbeleidigung und Körperverletzung am Hals.
Das Sicherheitspersonal betreffend war dies nur ein Vorfall von vielen, so war beispielsweise am Montag, den 31., war im ,,Bote vom Untermain“ von einem anderen Vorfall zu lesen. Ein Jugendlicher, der auf einem Tisch tanzte, wurde von Securitykräften aus dem Festzelt geprügelt und gegen einen Container geschleudert, wobei er so stark verletzt wurde, dass er im Krankenhaus stationär behandelt werden musste.

Ein Fazit ersparen wir uns mal und verweisen Stattdessen auf einen sehr lesenswerten „Offenen Brief“ der auf Subradical veröffentlicht wurde, welchen wir auch unterzeichnen würden ;-) .

Naziangriff in Miltenberg

Am Freitag Nachmittag dem 31. genossen einige (ca. 10) Jugendliche aus dem alternativen Spektrum das tolle Wetter und badeten im Main. Daraufhin kamen 2 weitere Menschen hinzu, der eine bekannt als Neo-Nazi, der andere bezeichnete sich als Aussteiger aus der rechten Szene. Der Neo-Nazi wurde von einigen der Jugendlichen aufgefordert den Platz sofort zu verlassen, wogegen er sich sträubte. Kurz darauf erschien ein weiterer Nazi, bewaffnet mit einem ca. 25 cm langen Filetiermesser. Er ging damit auch sofort auf einen der Anwesenden los. Der Angegriffene reagierte sofort indem er dem Angreifer den Inhalt seiner Pfefferspraydose ins Gesicht sprühte. Daraufhin warf dieser das Messer und verfehlte damit nur knapp einen jungen Punker. Jetzt wollten mehrere der Jugendlichen zwischen die Kämpfenden gehen. Zu diesem Zeitpunkt trafen noch mehr Rechtsradikale ein, welche auf die Helfenden losgingen. Mehrere Personen wurden von Glasflaschen, Faustschlägen und Tritten getroffen, die vom ersten Angreifer ausgingen. Zu diesem Zeitpunkt waren ca. 8 Rechtsradikale anwesend. Die Polizisten, die daraufhin eintrafen, sah scheinbar auch keinen Grund zum Handeln und kümmerten sich mehr um Scherben und Abfall als um die kämpfenden Jugendlichen. Als sie die Situation ansatzweise begriffen hatten, gingen sie auf die Anwesenden (inklusive der Angegriffenen) mit Pfefferspray und Knüppeln los. Es wurde scheinbar keiner der Nazis festgehalten. Es kam aber angeblich etwas später zu einer Auseinandersetzung zwischen einem der Rechtsradikalen und der Polizei, wobei ein Polizist anscheinend verletzt wurde, so dass ein Krankenwagen anrücken musste. Näheres ist allerdings nicht bekannt.

Zu den Hintergründen lässt sich sagen, dass es sich nicht um einen organisierten rechten Angriff mit dem Ziel, linke Strukturen zu zerschlagen handelte, sondern offenbar um einen Angriff aus persönlichen Motiven. Der uns bereits als Neo-Nazi bekannte Angreifer sieht in einem der Angegriffenen angeblich die Schuld für eine Gefängnisstrafe, die er absolvieren müsse.

Flyerverteilaktion in Miltenberg

Vergangenen Montag fand eine spontane Aktion einiger Jugendlicher statt, die sich im Umfeld der autonomen Gruppe bewegen. Dabei wurden Flyer mit unserer Internetadresse sowie Utopia-Zeitungen (jugendzeitung.net) in der Miltenberger Einkaufstraße verteilt. Als die Flyer zur neige gingen, zog mensch mit einem Transparent vom Rathaus zum Schnatterloch. Dort angekommen, bewegten sich die junge Leute weiter Richtung Minigolfanlage, wo 2 Silvesterböller gezündet wurden. Nach ein paar Minuten waren auch schon die Herren und Damen in Grün mit 8 Beamten vor Ort und nahmen die alternativen Jugendlichen auseinander. So wurden 2 der Aktivisten mit Blaulicht verfolgt, während die anderen durchsucht wurden. „Sichergestellt“ wurden 3 weitere Böller, eine kleine Spraydose, die Flyer (Die übrigens mit Impressum ausgestattet und daher „legal“ waren), Flyerentwürfe, Ausgaben der „Utopia“ und einige Antifa-Aufkleber, die angeblich zum Verfassungsschutz weitergeleitet werden um ihren Inhalt prüfen zu lassen.
Dies ist nur eine von vielen Schikane-Möglichkeiten die der Miltenberger Polizei zur Verfügung stehen und von denen sie scheinbar sehr gerne gebrauch machen…

Zum Glück gibt es immer noch Jugendliche die sich den Mund nicht verbieten lassen und den Kampf für ein autonomes Jugendzentrum vorantreiben!

Sun, Sea and Autonomie!

Miltenberg geht Baden!
(Bild von Kommunal)

Wie bereits im letzten Artikel erwähnt, laufen die Aktionen der Jugendlichen weiter, so fand am 21.5. spontan eine kleine bunte Aktion von Jugendlichen statt, die am 23.5 „Größer, nackter und lauter“ wiederholt wurde.
Zu beiden Aktionen zogen Jugendliche (waren es beim ersten „Versuch“ noch unter 10 so kamen beim zweiten schon über 15 TeilnehmerInnen zusammen) in Badeklamotten und mit Transparenten „bewaffnet“ spontan und lautstark durch die Miltenberger Einkaufsstraße.
Auf den Transpies waren Sprüche zu lesen wie: „Miltenberg geht Baden! Sonnen für ein Autonomes Zentrum!“ oder kurz und knapp „Sun, Sea and Autonomie!“ und auch bei den gerufenen Parolen erkannte mensch das kreative Potential der Miltenberg Jugendlichen. Zu hören waren Sprüche wie: „Selbstverwaltung, dass ist klar! Sonne ist für alle da!“ oder „Wir sind nackt, ihr seid schockiert! Die Jugend braucht ein Zentrum habt ihr das nicht kapiert?!“.

Im Verlauf der 2. Aktion wurde der Brunnen des Miltenberger Rathauses mit Schaumbad zum überlaufen gebracht, was wohl symbolisch für die „schaumschlägerei“ der Miltenberger Stadtverwaltung steht und vorallem (auch spielenden Kindern) viel freude bereitete. Die daraufhin anrückende Polizei, schoss Fotos von den Aktivisten und versuchte von möglichst vielen der sich verteilenden Jugendlichen die Personalien aufzunehmen, was ihnen allerdings wohl nicht so gut gelang wie sie es sich vorgestellt hatten.

Einen weiteren Beitrag, mit Bildern gibt es auch hier!

Autonomes Jugendzentrum Miltenberg – Der Kampf geht Weiter!

Aktueller Zwischenstand:
Die Situation der Jugendlichen in Miltenberg hat sich immer noch nicht gebessert. Sie stehen noch immer ohne einen geeigneten Raum da und haben auch keinen in Aussicht.

Das einzige, von der Stadt kommende Angebot bezog sich auf einen Bauwagen, den die Gruppe vielleicht bekommen könnte, um ihn für sich zu nutzen. Natürlich nur als „Übergangslösung“.
Was zum Thema „Übergangslösung“ von der Stadt Miltenberg zu halten ist war am Beispiel JUI bereits zu sehen. Die damalige Jugendinitiative wurde auch nur als Übergangslösung in die Räume der alten Volksschule abgeschoben, und blieb in dieser, für einen Jugendraum total ungeeigneten Räumlichkeit ganze 25 Jahre, bis sie bekannterweise ende letzten Jahres geschlossen werden musste.
Und das auch ein Bauwagen als Jugendraum total ungeeignet ist, schon allein von der Nutzfläche, steht außer frage. Unser Ziel war ein offener, selbstverwalteter Jugendraum, für alle interessierten Jugendlichen aus Miltenberg und Umgebung, und nicht nur einen Rückzugsort der Autonome Gruppe Miltenberg.
Doch sollte der Stadtrat wirklich gewillt sein auf Grundlage dieses Vorschlages eine echte Lösung zu finden, so hätten wir bereits ein Konzept entwickelt. Wie dieses zu realisieren währe, werden wir auch vortragen. Dafür braucht es allerdings mehr als nur einen Bauwagen. Würde es beispielsweise um eine Wagenburg mit mehreren Bauwägen gehen, oder ausrangierten LKW-Aufliegern, währe in diese Richtung sicher etwas denkbar.

Des weiteren sind wir weiterhin dabei Öffentlichkeit, für unser Vorhaben, einen autonomen Jugendraum zu gründen, zu suchen. So gab es auch in den letzten Wochen immer mal wieder kleinere Aktionen, mit denen Passanten auf die Problematik aufmerksam gemacht werden sollten und die großteils positiv aufgenommen wurden, wie zum beispiel eine Aktion unter dem Motto „Sonnen für ein autonomes Zentrum“ (hier ein Lesenswerter Bericht dazu) Diese Aktionen werden auch weiterhin stattfinden, bis wir unser Ziel erreicht haben, wir wollen einen Autonomen Jugendraum. Und nun können wir auch endlich Flyer verteilen, um mit Inhalten für unsere Sache zu werben.

Leider läuft nicht alles so gut. Schon wurde die Repressionskeule ausgepackt: So wird gegen mindestens drei vermeintliche Teilnehmer der „Autonomen Grillparty“ am 28.02 ermittelt, „wegen Verdachts auf Verstoß gegen das Versammlungsgesetz“, ihnen wird Vermummung vorgeworfen. Wir sehen dieses Ermittlungsverfahren als Einschüchterungsversuch und Komplett unangemessen, und möchten an dieser Stelle den Betroffenen unsere Solidarität ausdrücken.

„In Erwägung, daß da Häuser stehen
Während ihr uns ohne Bleibe laßt
Haben wir beschlossen, jetzt dort einzuziehen
Weil es uns in unsern Löchern nicht mehr paßt.“
— Bertold Brecht

Sexismus, Homophobie und Rassismus die Plattform entziehen!

Am Freitag den 27.03.09 soll in Aschaffenburg der, unter anderem, durch sehr starken Sexismus auffalende Rapper „Frauenarzt“ auftreten,
die Linksjugend Aschaffenburg-Miltenberg sandte uns diese Pressemeldung zu:

(mehr…)

Autonome Grillparty in Miltenberg

Vergangenen Samstag fand in Miltenberg eine spontane Grillparty statt. Zirka 25 bis 30 großteils junge Leute kamen gegen 14 Uhr am Marktplatz zusammen und feierten dort in ausgelassener Stimmung. Dazu wurde am (im Winter abgedeckten) Brunnen ein Transparent angebracht, auf dem zu lesen war: „Unsere Straßen, unsere Plätze – Wir sind gekommen um zu bleiben“, dies war auch das Motto des Zusammentreffens.
Die Aktion sollte offensichtlich auf die schwierige Lage der Jugendlichen, die auf der Suche nach einem neuen Jugendraum sind aufmerksam machen.

Mit Musik, Tonnen-Feuer und Grillzeug besetzten die Jugendlich den Marktplatz, um den Brunnen herum. Dort nahm die Grillparty ihren Lauf und wurde von den vorbeikommenden Passanten/innen fast ausschließlich positiv aufgekommen. Viele dieser Menschen wurden in Gespräche verwickelt.

Nach gut einer halben Stunde lies sich dann das erste Mal eine Polizeistreife blicken, zog jedoch sofort wieder ab, die Anwesenden konnten unbeirrt ihre bunte Aktion weiterführen. Nach einer weiteren viertel Stunde waren sie mit Verstärkung zurück, in Seitenstraßen wurde offenbar ein größeres Aufgebot bereitgestellt, doch auch diesmal tat die Polizei nichts außer von ein paar, willkürlich ausgesuchten Personen, die Personalien aufzunehmen. Der vor dem Brunnen geparkte Polizeibus wurde in der Zwischenzeit mit Luftballons geschmückt und die Polizei zog sich nach ein paar Verhandlungen zurück, die Kundgebung konnte weitergehen. Es wurden mit der Aktion sichtlich viele Menschen erreicht, so das sogar einige Spenden gesammelt werden konnten.

Ganz ohne Zwischenfälle ging es dann leider doch nicht. Nach Ende der Aktion setzten sich die jungen Leute an den Engelsplatz, wo sie den Tag ausklingen lassen wollten, dort kam es dann zu einer grundlosen Festname, eines Jugendlichen, weil er mit zwei weiteren Personen einem im Schritttempo vorbei schleichendem Polizeifahrzeug hinterher gelaufen war. In der Fußgängerzone eskortierten die drei Jugendlichen den Streifenwagen als dieser plötzlich aus unersichtlichen Gründen eine Vollbremsung machte, so dass der Jugendliche, der sich unmittelbar hinter dem Fahrzeug befand damit zusammenstieß (dies war durch den Fahrer eindeutig provoziert worden). Daraufhin sprangen die Ordnungshüter sofort aus dem Wagen und nahmen den Jugendlichen fest. Die Beamten reagierten überhaupt nicht auf die Fragen von Umstehenden und nannten keine Gründe für diese Festnahme. Als Reaktion darauf gingen sofort alle noch Anwesenden zur Polizeiwache, um dort auf seine Freilassung zu warten. Als sie dort forderten, das der Festgenommene freigelassen werden soll erschienen drei Polizisten am Eingang, wobei einer der Beamten die Anwesenden mit einer Pfefferspray Flasche bedrohte, die er auch auf mehrmaliges bitten (auch von einem Kollegen) nicht wegsteckte. Nach kurzen Diskussionen befand sich der Festgenommene wieder auf freiem Fuß. Ihm drohen nun drei Anzeigen unter anderem Sachbeschädigung weil er mit dem Wagen kollidiert ist.
Im Anschluss dazu entschlossen sich die Teilnehmer der Aktion zu einer Spontandemo als Reaktion auf die Festnahme. Diese führte von der Polizeiwache zum Bahnhof, und verlief ohne Zwischenfälle. Als eine Streife die Sponti entdeckte war sie bereits dabei sich aufzulösen, spätere Versuche eine Sponti zu starten scheiterten dann leider.

Im großen Ganzen war es jedenfalls eine sehr gelungene Aktion!
Und das war sicher nicht die Letzte,
für ein Autonomes Jugendzentrum in Miltenberg!

In der darauffolgenden Nacht wurde offenbar ein leerstehendes Haus zum Schein besetzt und mit Transparenten verschönert. Personen befinden sich allerdings nicht im Gebäude, genaues ist unklar, die Transparente wurden offensichtlich inzwischen entfernt.

Ein weiterer lesenswerter Bericht zu dem Thema ist auf Kommunal.blogsport.de erschienen.

Nazi-Treff im Landkreis Miltenberg

Wie Indymedia berichtet existiert seit einiger Zeit in Elsenfeld (LK Miltenberg) die Kneipe „Dominatus Rockbar“. Diese dient scheinbar, der leider erstarkenden, örtlichen Naziszene (Miltenberg – Aschaffenburg) als Treffpunkt.
Sieht mensch sich die Webseite der Kneipe an, fällt auf, das offenbar versucht wird, diese nach außen unpolitisch zu halten (bei den Bildern sind diverse T-Shirt-Aufdrucke geschwärzt usw.). Ganz klappt dies allerdings nicht, auf den Fotos fallen Jacken-Aufschriften wie „Landser“ oder eine T-Shirt-Aufschrift „Stahlgewitter“, was beides bekannte Rechtsrockbands sind, auf.

zum Indymedia Bericht

Diesem treiben müssen wir ein Ende setzen!
Keinen Nazitreffpunkt in Elsenfeld oder anderswo!

Zur Situation in Miltenberg

Kein Treffpunkt
Seit dem 25.8.08 ist die Miltenberger Jui geschlossen, so kommt es dass die Miltenberger Jugend wortwörtlich auf der Straße sitzt. Jedes Wochenende treffen sich die alternativen Jugendlichen aus Miltenberg und Umgebung am Miltenberger Bahnhof, in Banken und vor Gaststätten. Zu dieser kalten Jahreszeit sind beheizte Räume notwendig, da auch keine Geldmittel vorhanden sind um z.B. überteuerte Kneipen und Konzerte zu besuchen. Auch das Treffen bei Einzelnen Person fällt aufgrund der Gruppengröße aus. Jugendeinrichtungen anderer Ortschaften können aufgrund des schlecht ausgebauten öffentlichen Verkehrsnetzes auch nicht besucht werden.
Leider sieht die Miltenberger Polizei und der Bürgermeister das anders. Für Sie ist diese Jugendkultur scheinbar ein Schandfleck der Stadt, den es auszumerzen gilt. So hagelt es in letzter Zeit immer häufiger Platzverweise und Hausverbote für öffentliche Gebäude an Jugendliche, die versuchen sich irgendwo zu treffen. Die Ordnungshüter scheinen nicht in der Lage zu sein, Verständnis für die schwierige Situation der Jugendlichen zu zeigen.
Stattdessen werden diese aufgefordert sich doch in einer Kneipe oder zu Hause, wie „normale“ Jugendliche, zu treffen, doch können es sich nicht alle leisten regelmäßig eine Kneipe zu besuchen und auch ist es nicht sonderlich einfach in einer Größeren Gruppe, sich bei jemandem Zuhause zu treffen.
Polizei und Nazis…
Auf der Straße wo sich die Betroffenen treffen werden sie regelmäßig durch die Polizei aufgescheucht, was nicht zur Entspannung des Verhältnisses der beiden Gruppen beiträgt, verbale Auseinandersetzungen und darauf folgende Platzverweise sind an der Tagesordnung, beispielsweise trafen sich vergangenen Freitag Abend in Miltenberg vor der Reifeisenbank einige Jugendliche wo sie sich unterhielten und Musik hörten. Aufgrund der Kälte setzten sich einzelne von ihnen in die Reifeisenbank hinein. Nach kurzer Zeit rückte Polizei und Sicherheitsdienst an, von sämtlichen Jugendlichen wurden Personalien aufgenommen und ihnen wurde Hausverbot für Reifeisen- und Postbank sowie Sparkasse und Bahnhof erteilt. Begründung: Sie hätten auf dem Platz vor der Reifeisenbank „gefeiert“, und damit Kunden abgeschreckt. Auf Erklärungsversuche dass es keine Alternative als Treffpunkt gibt, gingen die Ordnungshüter nicht ein.
Anderes Beispiel: Sonntag, rund zehn alternativ aussehende Jugendliche trafen sich. Da sie kaum noch Möglichkeiten haben sich irgendwo zu versammeln setzten sie sich auf einen geschotterten Platz zwischen Parkplatzanlage und Straße, stellten Plastikstühle und einen Tisch auf, hörten Musik und saßen beisammen. Während sich die Jugendlichen dort aufhielten, versammelten sich in sicherem Abstand drei augenscheinlich Nazis, versuchten die Anwesenden zu fotografieren und telefonierten vermutlich nach „Verstärkung“. Nachdem diese (aus zwei weiteren Nasen bestehend) eingetroffen war wurde versucht die anwesenden einzuschüchtern. Das zeigte allerdings bei den Jugendlichen wenig Wirkung und so zogen die Nazis wieder ab. Im vorbeifahren pöbelten sie die Gruppe noch einmal aus dem sicheren Auto an, was ihnen aber nur Gelächter von Seiten der Jugendlichen einbrachte.
Nach einiger Zeit trafen ein Polizist und eine Polizistin ein, wollten von allen die Personalien aufnehmen, warfen den Jugendlichen eine Illegale Versammlung vor. Dies begründeten sie mit dem Argument das die Gruppe Fahnen mit Anarchistischen Symbolen mit sich führte. Nach der Personalien-Aufnahme und einigen Wortgefechten bekamen die Jugendlichen erneut einen Platzverweis erteilt und mussten sich wieder auf die suche nach einem neuen Platz machen.
Eine neue Jugendintiative?
Die Rufe nach einem Autonomen Jugendzentrum welches für alle da ist und unter Selbstverwaltung steht werden immer lauter. Wir denken an einen Raum, ein kleines Haus oder Lagerhalle die, die Jugendlichen herrichten und als Jugendtreff einrichten können, unabhängig von Stadtverwaltung und Polizei die offensichtlich keinerlei Jugendinteressen vertreten. Die „alte“ Jui sehen wir tatsächlich als gescheitertes Projekt an, woran unserer Meinung sowohl die Stadt als auch die Leitung schuld trägt. Eine Jugendinitiative die jeden ihrer Schritte mit einer konservativen Stadtverwaltung absprechen muss ist wahrlich keine Initiative mehr. Es ist an der Zeit für einen neuen unabhängigen Jugendtreff.

Zum Thema JUI gibt es auch hier einen lesenswerten Artikel: Kommunal.blogsport.de




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